Gestern mussten wir doch mal eben zu fünft ganz fix ausprobieren, wie groß aktuelle Kleinstwagen sind und quetschten uns in einen Ford Focus. Erstaunlich, wie viel Beinfreiheit einem dennoch bleibt. Kleinstwagen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.
Nun ja, egal 🙂 Der eigentliche Grund war eine kurze, schnelle Tour rüber nach Hannover. Dort gab es am Abend nämlich großes Kino zu sehen. Matrix. Endlich mal wieder auf großer Leinwand. Ja dafür lohnt es sich schon mal, knapp 20 Euro fürs Ticket auszugeben, ein Auto zu mieten und zweimal 300km quer durchs Land zu tuckeln.
Ok, das ist natürlich nur die halbe Wahrheit.
Im NDR Landsfunkhaus spielte nämlich das NDR Pops Orchester auf. Im Hintergrund „The Matrix“ in der Originalfassung (mit nervigen Untertiteln) und vorn ein gigantisches Orchester, welches die Originalfilmmusik live darbot. Und zwar exakt passend zum Film. Das Geschehen war sozusagen nicht von dem Originalfilm unterscheidbar, wenn man die Augen schloss. Beinahe. Natürlich war das Orchester deutlich lauter als die von der Konserve kommenden Tonspuren für Sounds und Sprache. Der Film als solches, eher blass wirkend, die Sounds im Großen Sendesaal eklig widerhallend, war natürlich nur nettes Beiwerk – um dem Publikum die Chance zu geben, zu erkennen, welche Szene von den Musikern gerade begleitet wurde.
Die Präzision war gigantisch. Buchstäblich in der ersten Sekunde hatte ich Gänsehaut. Das erste Bild auf der Leinwand, das Orchester setzte partout ein. Und so lief es die gesamten zwei Stunden. Matrix ist bislang für mich nicht unbedingt für seinen Soundtrack bekannt gewesen. Genau genommen, war mir bis gestern nicht einmal bewusst, wie viel Platz er eigentlich in dem Film hat. Deswegen wunderte ich mich auch bis zum Beginn, dass für ein solches Projekt ausgerechnet dieser Streifen gewählt wurde. Doch der Mut, genau dieses Event zu besuchen, die Kosten und die Tour auf sich zu nehmen, war absolut richtig plaziert. Was uns gestern geboten wurde, war ein Filmmusik-Fest erster Güte. Ich bin beeindruckt, was so ein Orchester wirklich leisten kann, wie genial es spielt, selbst wenn im Hintergrund Schießereien stattfinden. Jeder Paukenschlag saß und untermalte den zugehörigen KungFu-Tritt auf der Leinwand tödlich präzise.
Was mich außerdem beeindruckte, war die Authentizität. Normalerweise ist man gewohnt, dass Live-Musik – auch bei Orchesterwerken – immer ein wenig anders klingt, als das was man von der Konserve her kennt. War gestern nicht so. Ich könnte schwören, würde man die Soundtrackspur des Films nehmen eine Aufnahme des gestrigen Auftritts legen würde, wäre es zumindest für einen Laien schwer, die Unterschiede zu erkennen.
Einfach nur ganz großes Kino, ganz große Musik, ganz großer Auftritt. Perfekt.
Und ich durfte mal wieder Matrix auf Leinwand erleben, hach toll… Vor allem der blinkende Cursor am Anfang hat es mir angetan… 😀


















