Bits und andere Biester

Aus dem chaotischen Leben eines noch chaotischeren Menschen

  • Auf und ab

    Ich melde mich hier ja nun wirklich nur noch selten zu Wort. Das hat mehrere Gründe. Der Hauptgrund ist sicherlich, dass ich mittlerweile nicht mehr so großartig erpicht darauf bin, jeden Furz hier zu erzählen. Ich habe schlicht und ergreifend genug andere Hobbys 😉 Und eines davon konnte ich die letzten Wochen noch einmal richtig genießen. Das Wetter war bombig und deshalb ging es ab in die Natur… Völlig ohne Hintergedanken jedes Mal natürlich 😉 Gab einiges zu sehen, vor allem auch an Tieren. Fische und sogar eine freilebende Mufflonherde, die mir im Grunewald über den Weg gehüpft ist… Seht selbst. Und weil sich im letzten Jahr doch einige nette Bilder angesammelt haben, wird es mal wieder Zeit für eine „Was S-Man so treibt, wenn er Langeweile hat“-Galerie. Viel Spaß dabei.



    Uh, ich habe gerade festgestellt, dass ich euch noch die Bilder vom Plänterwald schuldig bin. Und das war schon Ende Mai. Da kommen noch tolle LostPlace-Bilder (die diesmal wirklich nichtmal mit einer Dose verbunden sind…)! Also schalten Sie das nächste Mal wieder rein, wenn es heißt:
    „S-Man durchwühlt seine Fotoalben.“

    Listening To:
    Green Day – 21st Century Breakdown


  • CachingEaster 2011 (Update)

    Kurz vor Beginn der finalen Schreibarbeiten meine Arbeit sollten noch einige Projekte im Rahmen des Geocachings erledigt werden.

    Projekt 23:
    Vor wenigen Wochen kam ein so genannter Challenge-Cache in Berlin heraus. Dieser besagt, dass er nur geloggt werden darf, wenn man vorher innerhalb von 24h in allen ehemaligen 23 Berliner Bezirken einen anderen Cache gefunden hat (GC2QJDC). Zu viert machten wir uns letzten Sonntag auf die Tour, dieser Herausforderung gerecht zu werden. Und ich wäre nicht ich, wenn ich nicht noch eine weitere persönliche Schwierigkeit eingebaut hätte: Den Rekord der D/T-Wertung zu knacken. Das Problem, welches sich nun einstellte war, dass sich vier Cacher getroffen haben, deren Jagdschema nicht unterschiedlicher sein könnte. Das hatte zur Folge, dass, wenn wir alle die gleichen 23 Caches loggen wollten, die Auswahl teilweise sehr stark eingegrenzt war. Hohe T-Wertungen ließ TS und mein Beuteschema nicht zu, die schweren Rätsel knackten die anderen beiden. So musste oft ohne große Auswahl was von dem „dreckigen“ Rest genommen werden, der allerdings manchmal auch noch sehr schwere Rätsel beinhaltete. So kam eine eine Woche andauernde Vorbereitung in Form von Rätsel bis D5 (höchste Stufe!) Knackens und nächtelanger Vorfreude.

    Nun, was soll ich sagen. Es war eine grandiose Tour, das Team war perfekt. Angefangen hat es mit 10mm Neopren-Anzug und Schwimmen/Klettern im Tegeler See um 4:00 nachts, geendet bei tollstem Sonnenuntergang gegen 19.00 auf einer Brücke mit Blick auf viel Wasser. Dazwischen lagen etwa 150km Autofahrt, körperliche und psychische Anstrengungen, viel Spaß und „Weichbonbons“. Ich wollte anlässlich dieses besonderen Caches mal nicht einen normalen Log schreiben, so entschied ich mich für eine Foto“story“, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

    Update (08.05.2011):
    Und letztendlich:

    Projekt 81:
    Als wir letztes Jahr zu „Bessercachern“ wurden, steckten wir uns zwei Ziele: Zum Einen wollten wir möglichst keine 1/1er Traddy-Micro-Dosen mehr aufsammeln und strebten einen D/T-Durchschnitt von 2/2 an. Das andere Ziel sah vor, eine komplette D/T-Matrix vollzubekommen, also von allen möglichen 81 D/T-Kombinationen mindestens einen Cache heben. Vor einem Jahr hatten wir gerade durch Zufall die 50%-Marke geknackt und waren noch grün hinter den Ohren, wenn es um D/T-Wertungen jenseits der 4er-Marke ging. Aber ein Ziel ist ein Ziel. Im Laufe des Jahres lernten wir Klettern und Tauchen, nutzten den Winter für die schweren Rätsel zu Hause und konnten so am Ende letzten Jahres sehen, dass das Ziel gar nicht zu unrealistisch war, wie anfangs gedacht. So wurden die beiden Ziele auf das Jahr 2011 begrenzt. Das erste Ziel erreichten wir schon sehr zeitig, TS natürlich aufgrund seiner geringeren Fundzahl eher als ich, aber Ende März/Anfang April war es nach einer netter T5-Klettertour erledigt. Komplizierter sah es mit den fehlenden Matrix-Elementen aus. So gab es einige gar nicht oder nur sehr selten im Berlin-Brandenburger Raum. Auch unsere letzte Tour nach Hamburg konnte uns da nicht wirklich weiterhelfen. Dann sahen wir allerdings, dass sich im Großraum Leipzig ein Paradies für Matrixjäger befand. Das Wetter wurde die letzten Tage bombig und kurz und bündig entschlossen wir uns über die Ostertage zu einer schnellen Matrixtour nach Sachsen.

    Allerdings kam uns dann die Sache mit dem Projekt23 dazwischen. Ich war an dem Sonntagabend so total fertig und unwillig auch nur noch einen Mystery zu lösen, dass ich kurzerhand die Tour absagte…
    … nur um mich am nächsten Tag von der Sonne wieder dazu überreden zu lassen. Nun ja, irgendwie geisterten diese Cachingziele schon viel zu lang in meinem Hirn und ließen mir nie ordentlich Ruhe. So war meine Ausrede, dass es gut sein würde, dies aus meinem Kopf zu bekommen und mich dann ganz unbeschwert an die Endphase meiner Abschlussarbeit setzen zu können *zwinkerzwinker*. Wie dem auch sei. Es folgte noch eine Woche voller Mysterys und sind so am Samstag durch die Weiten von Sachsen gegondelt, auf der Suche nach den letzten wahren Herausforderungen…

    Diese stellten sich in fast allen Fällen als absolute Enttäuschungen heraus. Der erste Stopp in Randdresden bei einem 4/5er entpuppte sich, nachdem man 2 Reiserucksäcke voll Kletterausrüstung durch den Park geschleppt hatte, nahezu als Räuberleiter-tauglicher D1. Wo da die Wertung herkam weiß ich nicht… Allerdings waren drei andere verbliebene Elemente ähnlich fragwürdig gewertet, so dass man glauben muss, dass die Sachsen keine Ahnung von Wertungen haben *gg* Nein, Scherz, regionale Unterschiede können schon ziemlich gravierend sein, das haben wir in der Vergangenheit gelernt. Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn: Wieder beendeten wir ein Projekt bei Sonnenuntergang, diesmal an ein ehemaliges Bahnsignal gehängt mit einer kleinen Sektpulle und betrauerten das fehlende „Wir sind soooo toll“-Gefühl, da abgesehen von einem anspruchsvollen Baum, alle Dosen Drive-Ins waren. Schade, aber Ziel erfüllt. Nächstes Ziel: Jedes Matrixelement mindestens 2x loggen. Fürs Gewissen 😉


    Am Ende möchte ich mich bei all den lieben Cachern bedanken, die mein Leben stets und ständig bereichern. Aber noch viel größerer Dank geht an meine bessere Hälfte, die in der letzten Zeit deswegen eindeutig zu kurz kam: Danke für die Unterstützung! *knuddel*


  • Parallelwerkeln (Update)

    Na toll… Schöne Scheiße…„, dachte ich mir eben. Ich arbeite seit etwa zwei Wochen jede freie Minute an einem Programmierprojekt. Und zwar habe ich seit Ewigkeiten ein schönes Tool für mein Handy vermisst, was so kleine Rechnereien beim Geocachen übernimmt. Quasi mal schnell unterwegs das Zahlensystem umrechnen und in australischen Standardellipsoiden peilen. Oder so… Bin schon auf die fiesesten Multi-Stages gestoßen. Für allerlei Handys gibts solche Toolsammlungen, für Android bislang nur unausgereifte oder kostenpflichtige. Da ich neulich bei Fliks mal wieder angefixt wurde, hatte ich urplötzlich Lust, mal wieder ein wenig kreativ zu werden und der Community in nicht allzu ferner Zukunft etwas zu schenken. Also losgetipselt und gerechnet und recherchiert undundund…

    Ja… und… Und dann sehe ich gerade den Blogpost eines Cachers, der das grade brandneu erschienene Tool „GCC“ vorstellt. Genau das, was ich gerade erschaffe. Exakt das gleiche. Super, irgendwie war von einer Sekunde auf die nächste alle Motivation, noch weiter zu programmieren und sich ständig die Haare zu raufen, flöten… Da haben sich also zwei Programmierer zeitgleich die gleichen Gedanken gemacht: „Gibts nischt, mach ich eben.
    Gut, zugegebener Maßen ist sein Programm schon mit deutlich mehr Funktionen ausgestattet, das meiste existierte bislang nur als ToDo-Liste in meinem Kopf. Und es ist bunter. Aber das wäre auch noch gekommen. Design immer zum Schluss, Hauptsache man kanns benutzen. Aber einige seiner Funktionen habe ich auch schon implementiert. Und da ich in solchen Sachen von Natur aus Perfektionist bin, sind meine Tools immerhin meist einen Funken besser.

    Wiedemauchsei. Ich hab dem Konkurrenten eben mal ein Fusionsangebot zukommen lassen. Warte ich mal, was da draus wird. Ansonsten habe ich plötzlich wieder nix mehr zu tun und kann ganz brav weiter an meiner Scheißdreckspissekackefurz-Masterarbeit tipseln, ganz ohne Ablenkung.

    Kacke. 😀

    Update (07.03.2011):
    Juhuu, es hat geklappt. Scheint ein cooler Kerl zu sein. Freu mich wahnsinnig auf die Zusammenarbeit 🙂


  • Die Stadt ohne Mülleimer Pt. I

    Irgendwann dachte ich mir, man müsste mal wieder was erleben. Irgendwas lustiges machen, ein bissel Geld auf den Kopf hauen. Eine Stunde später waren die Musicaltickets gebucht. In London. „Phantom der Oper“ wird halt in Deutschland nicht gespielt. Früh hin, früh zurück. Sightseeing bei Nacht und Übernachtungskosten sparen. Das war der Plan.
    Gestern früh 11 Uhr war (mit einer Stunde Verspätung) der TakeOf von Schönefeld, und damit der Beginn einer rasanten Verfolgungsjagd. Sie damit letztlich damit, dass wir dem hinterhergereisten Sonnenaufgang tatsächlich noch über Britannien entdecken konnten. Doch nur wenige Minuten nach dem Start (die Uhren wurden über dem Ärmelkanal ja brav zurück gestellt – gedanklich) setzten meine bessere Hälfte und ich in London Stansted wieder auf. Das erste übrigens, was mir persönlich sofort ins Auge gestochen ist, als wir durch die Wolkendecke brachen, war die Autobahn unter uns. Dieser Linksverkehr wirkt so unglaublich falsch, das hat mir erst einmal einen Knoten im Hirn verursacht. Um einmal kurz vorzugreifen: Überhaupt stand ich den ganzen Tag irgendwie auf Kriegsfuß mit diesem Verkehrssystem. Als Berliner guckst du links, läufst über die halbe Straße, guckst rechts und gehst. Das wird einem in England zum Verhängnis und mehr als einmal musste Anne mich am Kragen zurück auf den „Pedestrian“ schleifen. Witzig sind in dem Zusammenhang die Überwege. Überall steht am Rand, in welche Richtung man doch bitte gucken solle. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass das nur für Touris wie mir eingeführt wurde 🙂

    Als wir dann mit dem StanstedExpress fix in die Innenstadt gebracht wurden, war das nächste Ziel klar: Essen. Und was isst man natürlich, wenn man das erste Mal im englischsprachigen Ausland ist? Klar, einen Quarter Pounder with Cheese„. Nach der obligatorischen Stärkung hatten wir ein Ziel: Meinen ersten Auslandscache. Zwei hatte ich mir rausgesucht. Vermutlich die zwei einzigen mit höherem Anspruch in der kompletten Londoner City. Mein 500. Cache sollte in London gefunden werden und ein 4/4.5er werden. Also zuerst den 499. aufgesucht (1.5/3). Der Weg dorthin war ziemlich beeindruckend. Die ersten Eindrücke der Stadt waren sehr positiv. Nun ja, wenn man ehrlich ist, es waren die zweiten Eindrücke. Die eigentlich ersten waren „schäbig“ und „wie im Film: Reihenhaussiedlungen“ als wir mit dem AirportExpress durch die Vorstädte chauffiert wurden. Wiedemauchsei, jedenfalls fühlten wir beide uns sofort extrem wohl. An jeder Ecke gabs was zu sehen. Ein Durcheinander von modernen Bauten, mittendrin stehenden alten Kirch- und Wachtürmen oder alten Ruinen und dann wieder heruntergekommene 70er-Jahre Architektur. Grandios. Wirklich ein total interessantes Stadtbild. Einzig Mülleimer suchten wir unterwegs vergeblich, um unseren Fastfood-Müll zu entsorgen. Und doch verkniffen wir uns eine illegale Beseitigung derer in Häuserecken beim Anblick der für Berliner Verhältnisse blankgeleckten Straßen – interessantes Phänomen. Bevor wir jedoch wirklich losgezogen waren, schauten wir vorher noch zwecks Richtungsbestimmung auf einen der überall aushängenden Umgebungskarten und begingen prompt unseren ersten Fehler. Wir liefen in die falsche Richtung. Wir erfuhren also auf diesem Wege, dass diese Umgebungskarten nicht genordet sind, sondern nach Blickrichtung orientiert. Praktisch eigentlich… Wenn man’s denn weiß *gg*

    Nach diesem kleinen Navigationsdesaster, was uns im Übrigen durch einige sehr nette Gassen führte, schaltete ich doch mal lieber mein GPS-Gerät ein und ließ mich manövrieren. Karten kann ja jeder 🙂 Und so kam es, dass wir an einer kleinen Gasse herauskamen, die den Namen Sackgasse vermutlich erfunden hatte. Eng und nur aus einer Richtung betretbar. Es sei denn, es ist gerade Ebbe. In diesem Fall kann man getrost trockenen Fußes über das Themseflussbett eine Leiter erklimmen. Und ebendies war die Aufgabe, die zu erledigen war, um die Dose zu finden. Und was ich kletterte. Mauern, lLeitern, Simse, Ankerketten. Aber die Kleine wollte sich mir partout nicht zeigen. Ein wenig niedergeschlagen erinnerte ich mich an einen gewissen Zeitplan und überredete Anne dann zu einem Abstieg auf das Themseflussbett. Eine sehr lustige Tour vorbei an gestrandeten Schiffen und über superglitschigen Fundamenten der London Bridge später (Wieviele Touris machen eigentlich eine Flussbettwanderung, wenn sie das erste Mal in London sind?) standen wir an meiner angedachten 500, die sogar ein ungeübtes Auge wie jenes meiner Begleitung ohne Schwierigkeiten auffiel. So kostete mich der deutlich schwerer dotierte Cache ungefähr drei unangestrengte Minuten, von denen zwei für ein Fotoshooting drauf gingen. Angesport davon, dass dieser so leicht ausgefallen war, konnte ich meine Freundin zu einer Umkehr zur Leiter bewegen, wenn auch nur über den drei Meter höher gelegenen Fußweg. Aber auch ein zweiter, noch viel gründlicherer Besuch brachte nicht den gewünschten Erfolg. Leicht niederschlagen und mit Themse-Schlamm beschmiert machten wir uns auf die eigentliche Sightseeing-Tour. Als Startpunkt wählten wir eine Überquerung der im Cache genannten und nächstliegenden Millenium Bridge.

    [to be continued]


  • Favorite-Caches

    Vorgeplänkel: Es gibt seit kurzer Zeit bei geocaching.com die Möglichkeit, seine Caches als „Favoriten“ zu deklarieren. Dafür hat man ein bestimmtes Kontingent an zu vergebenen Punkten. Alle 10 Founds bekommt man einen Punkt zum Vergeben. Damit stellt dieses System irgendwie eine Mischung aus Ergänzung und Konkurrenz zur altehrwürdigen „Erweiterung“ GCVote dar, bei der man den Caches im Prinzip Noten vergeben konnte. So weit zur Einführung, ich werde hier jetzt keinen Vergleich anfangen, das haben andere schon getan.

    Gestern jedenfalls hat sich ein Cacher mal die Mühe gemacht, die bislang meistbepunkteten Caches aufzulisten. Mir ist natürlich bewusst, dass die reine Favoritenzahl völlig unaussagekräftig ist, aber ich finde einfach das Resultat toll:


    Platz 1 einer der genialsten Berliner Innenstadt-Caches – die Giraffe 🙂 Find ich super – hätte nie gedacht, dass ein Tradi jemals eine BestOf anführen könnte. Fairerweise muss man sagen, dass dieser Cache auch 2700 Founds aufweist, was das ganze relativiert und somit gleichzeitig die Sinnhaftigkeit dieser Favoritenzahl in Frage stellt. Aber egal 🙂 Platz 3 ist quasi die Definition eines Mysterys in Deutschland, sogar schon von den Dosenfischern besungen 😉
    Aber, aufgepasst, liebe Mitcacher: Mit den Plätzen 2, 4 und 8 findet man die komplette Nibelungenreihe in dieser BestOf. Steht schon ewig auf der ToDo-Liste und sollte schon in einem Rutsch mit Platz 9 im November angegangen werden. Freu mich riesig drauf, wenns dann im Frühjahr endlich klappen sollte. Und noch genialer wirds, wenn man sieht, dass Platz 20 nur wenige 100m von dieser Reihe entfernt liegt. Na? Seid ihr auch wieder so heiß, wie ich? 🙂
    Und dass die Caches des legendären Hamburger Owners Mystphi ebenfalls mit einer Tour eingeplant sind, freut mich ebenfalls. Zwar haben wir Platz 11 schon erledigt (als einer von 3 Hamburger Logs, lustigerweise) aber mit der 14 ist er ein weiteres Mal vertreten und kann somit schon zeigen, was für ein Kaliber er so legt 🙂

    Hach ja, ich will wieder loslegen. Scheiß Wetter.

    PS: Ein sehr lustiger Zeitgenosse hat es doch tatsächlich fertig gebracht, zwei Tage nach Veröffentlichung des „Features“ seine Favoritenpunkte bei eBay zu versteigern mit dem lustig-dreisten Text:

    Sie sind da – Groundspeaks „Favorite Points“

    Hast Du einen Leitplanken-Tradi, der Dir aber viel bedeutet?!?

    Oder wirst Du von der Community nicht angenommen, weil Du kein Speichellecker,

    kein JaSager – kurz

    nicht angepasst und unbequem bist?!?

    So werden Deine Caches NIE einen der offensichtlich

    bei Teilen der Cachergemeinde so wichtigen Points

    für Deinen Cache ergattern.

    Dir kann geholfen werden. Wenn Du dann noch einer

    der Owner bist, deren Caches ich schon besuchen durfte, steigerst Du hier auf einen von meinen

    „Favorite Points“.

    Oder Du ersteigerst Dir mein Versprechen, beim

    nächsten Mal in Deiner Gegend den Cache zu machen, zu loggen und mit einem Punkt zu versehen.

    Nicht dass hier der Gedanke aufkommt, ich würde

    mich an der Aktion bereichern wollen.

    Das Geld, das durch diese Auktionen erzielt wird,

    lasse ich einem wohltätigen Zweck zukommen. Versprochen.

    So, dann mal los – und viel Glück.

    Den üblichen Quatsch mit Umtausch und ohne Gewährleistung lassen wir hier mal aussen vor. 😉

    [ebay.de, 22.12.2010, via jr849.de, 22.12.2010]


  • Stadt unterm Wald

    Ich hatte ja hier schon einmal von einem grandiosen LostPlace erzählt, der Stadt im Wald. Nun ja, das kann ich jetzt toppen. Ich habe einen Ort gesehen, wo der Spruch „Lege dich nie mit einem Geocacher an, er kennt Orte, wo du nie wieder gefunden wirst!“ eine völlig neue Bedeutung bekommt. Vor zwei Wochen waren eine handvoll Cacher, meine Wenigkeit (und erfreulicherweise mit Haps im Anhang!) mal wieder etwas weiter weg auf Tour. Irgendwo im Wald, gute 120km von zuhause entfernt stolperten wir urplötzlich über ein Loch. Kaum 1m durchmaß es, den Grund konnte man bestenfalls erahnen. Dort ging es hinab in einen Bunker. Dort mussten wir hinein.

    WARNING: Spoilers may be included!

    Es trieb uns durch immer tiefer hinab. Leitern, Treppen, Schächte, Löcher, Kanäle. Nach spätestens 10Minuten hatte man jegliches Orientierungsgefühl verloren. Wie hoch oder wie tief man sich im Augenblick befand, und in welche Richtung man sich bewegte. Schwer zu sagen. Es gab massenhaft Räume. Nachdem man sich durch die ersten Schleusen bewegt hatte, kam man in Räume und Gänge, in denen man bequem laufen konnte. Als wir uns in einem Treppenhaus befanden mussten wir uns zwingen, daran zu denken, dass wir nicht in einem normalen Haus waren. Und doch gab es alles: Schlafstuben und Sanitäreinrichtungen. Zig Stiegen und Klappen wurden überwunden, schier unendlich lange Gänge durchwandert. Teilweise fanden sich Luken im Boden, die wieder auf einen Raum führten, der wieder eine Luke im Boden hatte und wiederum an einen solchen Raum angrenzte – bis zu 4 Ebenen tief. Generator- und Akkuräume, Dieseltanks und Lüftungssysteme. Klaustrophobie traf auf Mannschaftsräume.

    Schwer, das dort Erlebte wiederzugeben. Aber verdammt, Scheiß auf die Stadt im Wald. Bei Dessau findet man die Stadt UNTERM Wald! Angeblich 3000 Mann Fassungsvermögen. Der Vater von meiner Kleenen tippt auf den Führungsbunker des Pionierregiments der DDR. Zumindest Russisch mussten sie können, die Truppen. Es war unglaublich beeindruckend, aber zugleich extrem beängstigend. Immerhin wurde das Teil errichtet, damit ein paar Wahnsinnige Krieg spielen konnten. Es stellt sich mir nur die Frage WIE so etwas gebaut wurde. Ich meine, die Treppengeländer werden sie schwerlich durch die einzig gefundene Zugangsluke und -schächte geschleppt haben… Heftigst!
    Das einzig Spaßhemmende waren die Anzeichen, dass wohl auch der ansässige Neonazi-Szene dieser Ort bekannt ist. Lustig ist aber deren eigener Beweis in Form von Rechtschreibung, dass sie nix im Kopf haben…


    Listening To:
    OST – Kill Bill Vol. 1


  • Die Dosenfischer – Der Soundtrack zum Hobby

    Drei Wochen sind schon wieder vergangen, seit dem Release des ersten offiziellen Albums der Dosenfischer: „Wir nennen es Dosenfischen„. Drei Wochen weniger 3 Tage, die ich das gute Stück mein Eigen nenne. Eine Zeit, in der ich die Platte unzählige Male hören konnte.


    Bis auf einen Neuling finden sich auf der Tracklist nur bekannte Songs, stets unterbrochen von kurzen Gags und Einwürfen der Dosenfischer und diverser Gäste. Die Stücke klingen sehr viel professioneller als ihre ersten und bekannten Versionen. Mit sehr viel Liebe wurden diverse Soundeffekte und Instrumentalspuren eingebaut, leichte Variationen in den Melodien vorgenommen und das ganze abschließend auf Hochglanz poliert. Es macht einen runden Eindruck.

    Und doch… Ich kann mir nicht helfen. Bei aller Liebe zum Detail, aber das Album, so gut es auch ist, scheint mir genau aufgrund seiner Perfektion nicht 100%ig gelungen. Die Dosenfischer liefern den Soundtrack zum Geocaching. Dieses Hobby ist dreckig, gelingt selten auf Anhieb und ist immer mit allerlei Hürden versehen. Genau das haben die teils improvisierten und sicher auch unvollenden Songs widergespiegelt. Einige Lieder haben durch ihre Politur ihren Charme eingebüßt. Ich liebe die verträumte und melancholische Art, wie die „Kleine Wanze auf der Reise“ besungen wurde, die unterstützenden Zwischenrufe a là „Nicht die Bohne!“ in der Live-Version vom Titelgeber des Albums. All jene kleinen Details sucht man auf dem fertigen Silberling der drei vergeblich – Schade eigentlich.

    Nichtsdestotrotz ist es eine sehr nette CD, die einem den Tag durchaus versüßen kann. Im Bonus-Downloadbereich finden sich weitere 5 Lieder, alle mehr oder weniger neu. Gerade „Wie auf einer Bobbahn“ ist ein kleines Highlight des Gesamtwerkes, irgendwie vor allem aufgrund seiner Neuheit und dem damit verbundenen neuen Schmunzeln und Im-Inneren-Zustimmen.

    Die CD wird zusammen mit einer brandneuen Coin ausgeliefert, die allerdings in meinem Fall sicher nie auf Reisen gehen wird – aus Angst vor Langfingern. Ich taufte sie auf den Namen „The One-Day-I’ll-See-„Die Dosenfischer“-Coin„. Wer sie discovern will, darf das natürlich jederzeit gern tun. Eines Tages hoffe ich auch auf ein digitales Autogramm vom Sandmann und Co. 🙂

    An dieser Stelle möchte ich mich bei den Dosenfischern bedanken für ihre herrlichen Lieder, die jede öde Bürostunde fernab des Hobbys aufheitern können mit den herrlich treffenden Beschreibungen ebenjenes. Der Kauf der CD ist schon allein deswegen ein Muss gewesen, weil ich so endlich meine Wertschätzung zum Ausdruck bringen konnte. Endlich gab es einen Weg, diese Band zu unterstützen. Vielleicht sehe ich sie ja auch mal live. Schauma mal.

    Watching:
    Christopher Nolan – Inception
    Listening To:
    Gregorian – The Masterpieces


  • GC Meilenstein

    Sowas Glattes sieht man selten in der Cacher-Statistik. Tja, ich habe die 10000km-Marke geknackt und das ohne einmal im Ausland gewesen zu sein. 10000km zu 75,88% im 50km Umkreis um meinen Wohnort. In übrigens genau 200 Tagen, die ich cachen war (und für Insider: mit genau 300 Tradis!) Soviel runde Zahlen auf einem Haufen *gg*

    Ja, ich liebe statistische Auswertungen, die eigentlich völlig sinnlos sind.

    PS: 1.87/1.89


  • Von der Neugier der Oma

    Da wollte ich mich bloß für eine Geburtstagskarte bedanken, da fängt die Oma auf der anderen Seite des Telefons an zu erzählen. Ach ja, und da sind sie heute spazieren gewesen. Und da haben sie einen komischen Menschen an einem Baum gesehen. Der hat da irgendwas hingehängt. Ja, und…
    STOPP! Einmal zurückspulen bitte! Was hat der genau gemacht?

    Na wir haben da eine Weile zugeschaut. Und als der junge Mann wieder runterkam, da haben wir ihn gefragt. Und ja, hab ich gesagt, mein Enkel macht auch sowas mit Dosen. Geocachen oder so ähnlich. Und der junge Mann meinte, genau das tue er auch.

    Oookay. Also, wo genau soll das sein? *geocaching.com-Karte aufschlag* Hm. Nein, da ist nichts eingetragen. Hm… Riskieren? *grübel* Klar!

    TS geschnappt und quasi sofort nach Potsdam gedüst. Mit zwei Reiserucksäcken voll Kletterausrüstung. Die lieben Großeltern haben uns bei fortgeschrittener Dämmerung sogar am Waldrand empfangen. Zwei Rentner als Guides sind besser als jedes GPS-Gerät.
    Nach einer Viertelstunde durch den Wald waren wir am Ziel: Eine Kiefer. Eine Dose.

    Der Seileinbau in nun quasi völliger Dunkelheit ging erstaunlich gut, nahezu ideal, möchte man meinen. Überhaupt lief alles wie geschmiert. So fix, wie ich an der Dose war, war ich vermutlich noch nie. Und tatsächlich war sie mit einem Geocaching-Aufkleber beschriftet. Der letzte Rest von Zweifel wurde zerschlagen. Und dann…

    … angelte ich zudem noch eine Geocoin aus der Dose. „FTF“ stand drauf! Das Logbuch? Leer.
    TS und ich – na und meine Oma muss man natürlich dazuzählen – hatten soeben unseren ersten T5-Kletter-F
    TF erledigt. Glauben wir.

    Glauben wir? Nun ja, der Cache ist noch nicht einmal veröffentlicht. Der Klettereinsatz legt einen T5-Wert nahe, aber genau wissen tun wir es noch nicht. Aber wir sind happy! T5-FTF vor dem Publishing des Caches. Wie geil ist das denn?

    Man muss mal überlegen, wie viele Zufälle dafür ineinandergreifen mussten, damit uns dieses Erlebnis beschert werden konnte:

    1. Meine Großeltern mussten sich für den richtigen Spazierweg entscheiden. Hatten sogar einen anderen in Betracht gezogen.
    2. Ausgerechnet in dem Moment musste der Owner auf dem Baum sitzen.
    3. Meine Oma musste vor Neugier platzen und sich an mein Hobby erinnern.
    4. Ich musste ausgerechnet dann bei ihnen anrufen, als sie gerade wieder zu Hause waren. Und sie waren beide gerade wieder im Begriff zu gehen.
    5. Das Telefongespräch dauerte ausnahmsweise länger, sonst hätte sie das nie erzählt.
    6. Ich musste überhaupt erstmal in annehmbarer Entfernung zu meinen Großeltern wohnen.
    7. Ich musste Zeit haben. Zur Erinnerung: Ich war die letzten 5 Tage mit Tauchen beschäftigt und hab ab morgen wieder eine Woche einen vollen Terminkalender!
    8. TS musste fit sein, was er nach gestern eigentlich nicht war.
    9. Der Cache durfte noch nicht veröffentlicht sein.
    10. Meine Großeltern mussten die Zeit, Lust und Neugier haben („Junge, das ist aber viel zu hoch. Und es wird sowieso gleich dunkel.“ – „Na und?!„), uns zu begleiten.
    11. Wir mussten die einzigen mit diesem Glück sein. Zumindest die schnellsten – und das 25km Luftlinie entfernt nur mit Öffis und per pedes!
    12. Und zu guter Letzt musste das wirklich eine „finale“ Dose sein und keine Zwischenstation oder ähnliche Spielchen.

    Einfach nur krass… So richtig können wir das noch nicht glauben. Aber ich denke, spätestens beim FTF-Log von GC242J2 wirds zu uns durchdringen. Irgendwie sind wir doch verrückt.


  • Ostsee-Eindrücke

    Rerik, Ostsee. In den letzten Tagen:






    Aufsehen erregte eine kleine sprudelnde Quelle keine 2m vom Meer entfernt. Dieser geringe Weg durch den feinen Ostseesand reichte aus, um das Salz zu filtern und perfektes Süßwasser preiszugeben.


    Aber all das war eigentlich nur stark nebensächlich. Der eigentliche Grund für die kleine Reise war das Beenden unseres Tauchkurses in 10°C kaltem Ostseewasser:

    Ich schätze, wir haben ein Hobby mehr. Eigentlich war fürs Cachen ein Tauchschein angestrebt, nun hat uns schon die Ostseewelt unter der Oberfläche bei 2-3m Sicht und Tiefe fasziniert. Was den erfahrenen Basisleiter langweilte, jagte mir Freundentränen in die Maske: Krabben in der Hand, Muschelbänke, kleine Schollen und luminiszierende Quallen. Ich will mehr davon (aber gerne wärmer *gg*)! Ich schätze nach dem anschließenden Kaufrausch sind die heimischen Gewässer nicht mehr sicher 😛



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