Bits und andere Biester

Aus dem chaotischen Leben eines noch chaotischeren Menschen

  • Hilfe! Ich bin entführt!

    Schlagzeile des Tages:

    [tagesschau.de, 18.10.2011]

    Gut, ok, die Ära „Zottel“ ist leider vorbei. Aber irgendwie fühlt man sich nach 8 Jahren immernoch angesprochen.

    Hier der Link zum eigentlichen Artikel:
    BR-online.de – „Zottel, der Sündenbock“
    (Der Titel passt schon wieder irgendwie in meine aktuelle Situation, finde ich…)


  • Zottel malt, Version 2011

    Vorweg: Ich bin wieder zu Hause 😉

    Eine der schönsten Nebentätigkeiten in so einem Ferienlager sind die Vorbereitungen zu größeren Aktionen, wie Theater oder Mini-Playback-Blakeks-Dingern oder Tänze einstudieren oder so. Neben einem kreativen Outfit gehört natürlich oft auch eine Kulisse dazu. Zwar arbeitet man dann nahezu immer unter Zeitdruck, was den Perfektionisten in mir sehr regelmäßig an den Randdes Wahnsinns treibt, doch entstehen so manchmal sehr nette Sachen. Das Schöne dabei ist, dass man immer irgendwie ein Thema hat und so nie nicht weiß, was man malen soll. Wie oft saß ich schon zu Hause mit einem Bleistift in der Hand, Lust zu zeichnen, keine Motividee. Im Ferienlager ist der Bleistift jedoch äußerst selten das eigentliche Werkzeug. Man steht immer wieder vor neuen Herausforderungen und Materialien, mit denen Themen umgesetzt werden wollen: Von Stiften über Naturmaterialien bis hin zu Lebensmitteln kann alles darunter sein. Genauso verhält es sich mit den zu färbenden Untergründen: Papier, Holz, Stein, Ton, alles ist möglich. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

    Dieses Jahr entstanden wieder einige nette Sachen, die ich gern mal präsentieren möchte. Wie gesagt, zu beachten ist, dass alles in nur sehr wenigen Stunden mal neben der eigentlichen Kinderbetreuung und -bespaßung entstehen musste/sollte.

    Wie auch einige Jahre zuvor gab es auch heuer das Chaosspiel. Dieses Jahr sollte ein neues Spielbrett entstehen, da die weiße Tür aus den Vorjahren wirklich recht unchaotisch wirkte. Das Ziel der Spieler: Erreichen des chaotischen Universums. Damals hatte es einen kompletten Backsteinrand, der eigentlich Tapete war. Der eigentliche Hintergrund ist das zu zeigende Objekt.

    Material: Wasserfarben auf Tür.
    Werkzeug: Lappenreste zum Auftragen und verwischen, Finger für Wischtechnik für Sterne.
    Größe: wie eine normale Tür.

    Erstellungszeit: ca. 4 Stunden.

    In meiner ersten Sommerwoche stand Theater auf dem Plan. Kinder sollten mit ihren Betreuern ein Stück ausarbeiten, Kostüme und Kulissen malen. Für unsere Interpretation von „Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen“ gab es genug Arbeit für a
    lle, weswegen ich die Gestaltung der Schlosskulisse allein bewerkstelligte. Ich brauchte eine „böse“ Version für das verwunschene Schloss und eine „gute“ für die erlöste.

    Material: Wasserfarben auf Bettlaken.
    Werkzeug: Lappen für Hintergrund, Pinsel und Finge
    r für Motive.
    Größe: je ca. 1 x 1m.
    Erstellungszeit: Böse Version etwa 2h, gute ca. 3h


    In der zweiten Woche war Piraten-Thema. Schatzkarten sollten gemalt werden, mit echten Vogelfedern und handelsüblicher Tinte. Problem: Es gab nur Backpapier-ähnliche Materialien. Äußerst eklig, da die Tinte da drauf nicht einzieht und somit nicht wirklich gut handhabbar ist. Dementsprechend schlecht finde ich das unter schwierigsten Bedingungen (dauernd schuckelnder Tisch, tausende Kinderaugen und -fragen) entstandene Resultat. War aber eine nette Herausforderung, deswegen reihe ich das hier mal ein. Der Rand ist übrigens des Feelings wegen angekokelt.

    Material: Tinte auf Backpapier.
    Werkzeug: Vogelfeder (ich bin fast sicher, keine Gans).

    Größe: etwa A4
    Erstellungszeit: 2,5h.


    Woche 3 stand im Zeichen den Mittelalters. Da ein Mädchen zeitgleich Hauptrolle in einem parallel entstehenden filmografischen Meisterwerk war, hatte es keine Zeit, sich ein T-Shirt themenbezogen zu bemalen, was ich dann kurzerhand in meiner nicht vorhandenen freien Minute getan hatte. Hätte gern besser schattiert. Keine Zeit.

    Material: Angefeuchteter Buntstift auf T-Shirt
    Werkzeug: Angefeuchteter Buntstift (macht
    sich wirklich deutlich besser, die Mine nass zu machen!)
    Größe: XL (und das Mädchen war nur etwa 1,40 oder so groß *gg*)
    Erstellungszeit: unter 2h


    Als letztes wollte ich von einem meiner Mädels ihr Badetuch geschenkt haben (Simba-Motiv!). Sie akzeptierte unter der Bedingung, dass ich ihr eines meiner Handtücher schenke, bemalt mit etwas „was sie an mich erinnert“. Ich bin gespannt, wie viele von euch das Bild richtig (und vllt. sogar vollständig?) interpretieren können. Ja, der Künstler hat sich tatsächlich bei fast allem etwas gedacht… ausnahmsweise. War aber auch die – zugegebener Maßen echt fiese und sehr schwere – Herausforderung.
    Btw: Ich bemale nie nicht niemals wieder freiwillig ein Handtuch… So eine verdammt anstrengende Aufgabe, hätte ich niemals gedacht…

    Material: Stoffmalstifte auf Handtuch (aus der Lost&Found-Kiste ;)).
    Werkzeug: Öhm… Meine Hände?

    Größe: Ein normales Handtuch.

    Erstellungszeit: ca. 2h.


  • Zottel grüßt, Version 2011

    Hallo!

    Viele Grüße aus dem Nirgendwo. Ja, ich weiß, ist ein bissel spät so zwei Tage vor der Abreise, aber immerhin. Es gab einfach dieses Jahr kaum nennenswert tolle Fotos – scheiß Wetter, zu viele langweilige Kinder… Tja, hier nun eines von unserer letzten Beach-Indoor-Party 🙂


  • Grundschule heute und damals

    Ich bin am Freitag von meiner besseren Hälfte zu ihrem letzten Praktikumsplatz geschleift worden, einer Grundschule einer brandenburgischen Kleinstadt. Dort ging gerade eine Projektwoche zu Ende und stolze Kinder präsentierten noch stolzeren Eltern ihre Ergebnisse.
    Als wir ankamen, war das Gewusel in vollem Gange. Nun ja, die Kolleginnen begrüßten sie aufs herzlichste, was mir die Zeit gab, mich in verschiedensten Klassen- und Präsentationsräumen umzuschauen.

    Angefangen hatte die Tour bei einem Regenwurmprojekt. Strahlend wurde uns ein Regenwurmquiz in die Hand gedrückt. Natürlich verfiel ich sofort in die Zottelrolle und gefiel mir darin mal wieder 😀 War schon lustig. Thematisch ging es weiter mit Fossilien und Naturkatastrophen und Sand. Überall schaute ich mir die ausgestellten Plakate in Flur und Räumen an…

    Es ist verdammt gruselig zu sehen, was Kinder heutzutage in der Schule fabrizieren. Hingeschmierte Texte, durchgestrichen, gekrakelt und zudem randvoll mit Rechtschreibfehlern. Zum Vorbeugen von Missverständnissen: Es waren in der Tat Projektarbeiten, die auf 4. Klasse und höher schließen lassen konnten. Es war kaum eine Arbeit oder eine ausgestellte Mappe dabei, die mir meine Eltern oder Lehrer nicht um die Ohren gepfeffert hätten. Unglaublich, was da teilweise abgegeben wurde. Tagebücher, deren Tagesbeschreibung aus einem halben Satz bestand, Quizfragen für Besucher an der Tafel, die nicht einmal Leute entziffern konnten, die tagtäglich mit Kindern zu tun haben. Und sowas wurde ausgestellt, als Beweis für die Eltern, was mit den Kindern in der einen Woche erreicht wurde!

    Zu meiner Zeit war es ein harter Kampf, zu den ausgestellten Schülern zu gehören. Dazu gehörten saubere Arbeiten, korrekter Inhalt, was wiederum nur durch Unmengen an Fleiß zu bewerkstelligen war. Geschmierte Schriftstücke wurden nie ausgestellt und stets schlecht benotet.

    Und heute? Da sind die Eltern noch so stolz auf ihre kleinen Sprösslinge, deren hingerotzte Ergebnisse nicht zuletzt für sie peinlich sein sollten. Und wie gesagt, das waren keine Einzelfälle. Diese bestanden andersrum eher in den wirklich guten Arbeiten, die zeigten, dass es auch heute möglich ist, ein sauberes Schriftbild zu entwickeln und ein wenig mehr Fleiß in die Plakate zu setzen, als aus der letzten Bild-Zeitung einen Artikel zu reißen, der entfernt etwas mit dem Thema zu tun hat. Ein Junge beispielsweise hielt einen Vortrag über die Aktivitäten der Klasse in der Projektwoche, untermauert von eigenen Fotos in einer Powerpoint-Präsentation. Es geht also, warum also erlauben Lehrer dann aber ein derart katastrophales Gesamtbild?

    Ich sprach Anne daraufhin an, sie bestätigte mir meine Vermutung der Kinderverweichlichung mit etlichen Beispielen. So dürfen Lehrer wohl ihre Schüler nicht mehr beim Schreiben korrigieren, weil dies ja einen Eingriff in die freie Persönlichkeitsentfaltung des Kindes darstellen würde. Nur kein böses Wort, weil man das gleich als Missbrauch auslegen könnte. Korrekturen gibt es wohl erst ab Klasse 4. Und eine Förderung zu Hause? Fehlanzeige, die Ausreden der Eltern beinhalten im Wesentlichen, dass sie ja berufstätig seien und am Abend entspannen müssten. Keine Zeit mehr für das eigene Kind. Tolles System, was ist das Ergebnis? Kinder können nicht richtig schreiben, lesen, recherchieren. Dann verwundert mich auch nicht, dass die Kinder im Ferienlager immer bekloppter sind. Sie werden in der Schule und auch zu Hause nicht gefordert und gefördert. Klar, dass die von Konsolen, Computerspielen und Fernsehern beruhigten, ja gar betäubten Kinder nicht mehr 1 und 1 zusammenzählen können, keine fertigen Sätze mehr bilden und es auch nicht gebacken bekommen, aus zwei Stöcken und einer Schnur ein Holzschwert zu binden. Klar, dass Kinder sich irgendwann unterfordert fühlen und immer weniger Respekt vor fremden Menschen haben, sie wurden ja immer gelassen und nie korrigiert.

    Und dann wundern sich die Ausbildungsbetriebe, dass Azubis immer weniger taugen. Total geniales Bildungssystem haben wir hier. Super.


  • Spaß trotz Weihnachten

    Am ersten Feiertag wurden TS und ich ins Radisson in CB eingeladen. 4-Sterne-Party in der Suite von Nico & Anja. Nach dem Unsichern der Pool- und Saunalandschaft und dem Ärgern anwesender Hotelgäste…

    (siehe Video)


    … wurde schick nach den-Schnee-nicht-mehr-bewältigenden-StraBas schick bei Jimmy gegessen, und nach driftenden Taxen die Innenarchitektur der Radisson-Loung
    e sowie die Qualität der dort zu findenden Cocktails in Augenschein genommen.

    Zwei Tage später stand ein Jahrgangstreffen in der Heimat an, weswegen sich haufenweise Bekannte in der Stadt tummelten. Aber wie es dort nun einmal so ist, kommt einem nach recht kurzer Zeit die Frage nach der nächsten Bespaßungsmöglichkeit. In Ermangelung einer größeren Auswahl derer wurde sich entschlossen, den Monosound und das schiefe Bild des KinOhs in Zusammenarbeit eines vermutlich noch schlechteren Kinderfilms genießen zu gehen. Um vielleicht wenigstens ums Eintrittsgeld zu kommen, wurden schnell im 1€-Shop 2 MöchtegernPlayboy-Bunny-Sets erstanden, deren Ohren mit braunen Einweg-Handschuhen und -Socken geschmückt und die dazugehörigen rosa Puschelschwänzchen zu roten Nasen umfunktioniert.


    Hat leider nicht geklappt, das mit dem freien Eintritt. Immerhin, die Kinder hinter uns hatten ihren Spaß. Wir im Übrigen auch – und das lag nicht an dem Film, der genau so schlecht war, wie wir vorher dachten. Am Ende wussten wir auch, warum unsere Fan-Masche nicht zog. Die haben uns voll durchschaut – im Film hatten die Rentiere gar keine roten Nasen *grml*

    Das Treffen danach lief recht unspektakulär, weswegen wir üblichen Verdächtigen eine Antiparty mit Bierkiste-an-Auto-Kutsche und Aldi-Tüten-Rodeln starten mussten.

    Der 1€-Shop hatte im Übrigen alle Hände voll damit zu tun, die Regale mit Osterhäschen und dergleichen vollzustopfen. In diesem Sinne:

    Frohe Ostern!

    Watching:
    Sergio Mimica-Gezzan – Die Säulen der Erde


  • Der Traum vom eigenen Frank Pt.II

    Erinnert ihr euch an den ersten Teil? Nein? Na toll. Hm, nagut, dann verlinke ich ihn hier nochmal, extra für euch. Ja, so bin ich zu meinen Lesern *gg*

    Tja und als ich so vor dem Halloween-Wochenende mit den Kiddies in den örtlichen Kostümladen hüpfte, um mir ein Killerclown-Kostüm zu besorgen, scrollte so im Katalog ein Bild an mir vorbei. Quietschend vor Freude sprang ich auf, sprach: „Den will ich! Den und nix anderes!“ Sie sprach: „Das ist aber kein Clown.

    NEEIIIN, nicht direkt, viel cooler…


    Noch im Laden musste ich der Verkäuferin zuliebe den Frank auch gleich anprobieren, schließlich wollte sie schon immer mal „mit Frank kuscheln„.oO(FREE HUGS!)

    Allerdings stellte sich heraus, dass diese Figur die Kinder ganz und gar nicht ängstige. Man muss wohl die Geschichte dazu kennen. Oder wenigstens ein wenig mehr Vorstellungs- und Abstraktionsvermögen haben. Naja, so war ich wenigstens der komischste Osterhase bei der Halloweenparty *grins*


  • Sommernachlese

    So, ich würde sagen pünktlich zum Wochenende, wo der Sommer mit dem Sommernachtreffen in Münchehofe noch einmal gebührend bejubelt und beendet wird und ich gut ein Dutzend Weibsen unter meine Fittiche nehmen darf *froi* hier noch das Nostalgievideo 2010, fast noch frisch aus den Händen von S.Furz.

    > Einfach runterladen und ankieken.

    Und falls jemand spontan Lust auf solchen fortgeschrittenen Schwachsinn bekommen hat und bei uns in die Lehre gehen will, kann sich gern HIER als Betreuer bewerben oder HIER seine jüngeren, minderjährigen Verwandten und Bekannten anmelden *Werbetrommel rühr*.


  • Römerkostüme selbstgemacht

    Kinderferienlager. Woche5, Thema: Römer.

    Im Vorhinein hatte ich irgendwie Schwierigkeiten, mir vorzustellen, wie das wohl laufen würde. In Gedanken sah ich knapp 90 Hanseln auf dem Hof in Bettlaken umherwandeln und so den Thementag in einer riesigen Pyjamaparty enden. I
    Ich hatte jedoch nicht mit so viel kreativen und willenstarken Betreuern gerechnet. Das Ergebnis war mehr als nur gelungen. Es war grandios.


    Die beiden Legionärskostüme wurden aus zwei Bettlaken, einem großen Stück Blech und einem größeren Stück Kunstleder gefertigt. Nicht zu vergessen genug Lederschnüre bzw. Paracord. Vier Nächte jeweils von 23:00h bis ca. 3:30h saßen wir in der Werkstatt oder den Bastelräumen und verbrachten die wenige „kinderfreie“ Zeit mit Schleifen, Schneiden, Nähen, Sprühen oder Binden.
    Im Prinzip war es einfach. Das Blech ließ sich gut flexen. Daraus also 4-5 Streifen geschnitten, geschliffen und mittels eines Feuerlöschers „maßgebogen“. Löcher reingebohrt, dann noch mit Alu-Look-Lack besprüht, gebunden und fertig. Die Brust und die Bauchplatten wurden einfach intuitiv aneinandergefädelt und die Schulterstücke, leicht verjüngt geschnitten, mit zwei Löchern versehen, auf dem Brustteil festgebunden. Dann folgte noch ein Kunstledergürtel mit weiteren unterschiedlich langen Riemen als Lederschurz. Gleichzeitig diente dieser am Rücken zum Festzurren der Schulterteile. Auch der Gürtel wurde letztlich mit den Lederriemenimitaten angebunden. Um der Rüstung den letzten Kick zu geben, wurden Lederstücken kammartig eingeschnitten und an die Schulterstücken förmlich angenäht – etwas nach innen versetzt, damit sie gut fallen. Die Silberverzierungen sind lediglich Pappkreise, die silber besprüht und dann mit Heißkleber befestigt wurden.
    Die Tunika (der Unterrock, wenn man so will) ist ein blau gefärbtes Bettlaken, welches mit zwei Ärmeln versehen wurde. Um dem ganzen einen weniger langweiligen Look zu verleihen, wurde jeweils noch ein schwarz-weiß gestreifter Stoffrand angenäht.
    Der Umhang ist quasi ein Stück Filzdecke. An diese wurde silberfarbenes Geschenkband angenäht, um einen edleren Touch zu gewinnen. Die Brosche ist wenig spektakulär aus Pappe, Styropor, Draht und einer Sicherheitsnadel gefertigt.
    Für die Sandalen wurde ein Schuh genommen, der für den Umriss der Sohle herhalten musste. Aus Kunstleder wurden dann für eine einigermaßen dicke Sohle zwei identische Stücke pro Seite geschnitten, dazwischen zwei Riemen und zwei größere Stücken für den Spann eingelegt und alles miteinander vernäht. Das Nähen war eher ein Fädeln von Paracord-Mantel durch gestanzte Löcher. Dann noch ein formschönes Stück Kunstleder als Beinschiene und intuitiv hochgebunden.
    Der Helm schien mit das Schwierigste zu werden, da lange nicht klar war, wie wir das Problem der Rundung lösen sollten. Dann fiel unser Blick auf einen Gummiball. So entstand letztlich aus einem halben kik-Diskont-Ball und ein paar kleinen Blechstücken das letzte Stück des Kostüms. Die notwendigen Blechstücke – Stirnstück, „Kotletten“ und Nackenstück – wurden wieder einfach an den halben Ball gefädelt und das alles danach als Gesamtstück lackiert. Zum Schluss noch einen Besen in drei kleine Teile zersägt und mittels kleiner Holzschrauben und Unterlegscheiben auf der Oberseite befestigt. Fertig.

    Die Idee für den Standartenträger kam erst relativ spät, die Umsetzung eigentlich auf den letzten Pfiff. Das Ergebnis lässt sich aber sehen, finde ich. Der Kopf des Wolfes ist im Prinzip ein grob geschnittenes Stück Styropor. Als Fell musste ein altes Steinzeit-Höhlenmenschkostüm herhalten. Im Grunde wurde das schlicht drüber gezogen, mit allerlei Klebe- und Stichnadeltechniken fixiert. Dann noch ein Stückchen als Ohr und fertig war das Grundgerüst. Nun fehlten noch Kleinigkeiten. Als Auge wurde ein honiggelber Dekostein mit aufgemalter Pupille verwendet. Abgesetzt wurde es mit kleinen Stücken eines grauen Waschlappens. Die Nase müsste aus Kunstleder sein. Dann noch Zähne aus Pappe geschnitten bzw. aus Stöckchen geschnitzt, ins Styroporskelett gesteckt und fertig ist der Wolfspelz.
    Die Standarte ist schlicht aus einem gefärbten Stück Bettlaken mit ein paar goldenen Fäden, ein paar bemalten Blechkreisen, einem Pappadler und 1,5 Besenstielen entstanden.

    Das Gewand des Kaisers ist relativ simpel als Tunika genäht, der Umhang ist ähnlich der Legionärsvariante mit einer Borte versehen. Der Lorbeerkranz wurde aus Pappe und Draht gebastelt. Dazu wurden Lorbeerblätter als Schablonen ausgedruckt, die daraus resultierenden Pappstücke auf einen verdrehten Doppeldraht mit Heißkleber fixiert. Danach ein wenig Bastelkleber für die Blattadern aufgetragen. Abschließend mit Goldfarbe bespüht und mit einer Schleife aus Dekoband verziert.

    Auch wenn der Römertag als solches sicherlich nicht zuletzt des Regenwetters wegen zu wünschen ließ, wir waren so schick wie noch nie bei irgendeinem Thementag. Und das nicht nur weil wir (immernoch) so stolz wie noch nie auf unser Outfit waren.
    Ein Riesendank geht an alle Beteiligten: Anja fürs Nähen, Christian und M. für die Metallverarbeitung, TS fürs Fädeln, sman für den Wolf, Cheffe fürs Material und Werkzeug. Es ist immer wieder erstaunlich, was man schaffen kann, wenn man die Kräfte bündelt, zusammenarbeitet und sich immer wieder gegenseitig motiviert. Es war sicherlich die härteste und schlafloseste Ferienlagerzeit meines Lebens, aber es hat sich gelohnt. Mehr als einmal witzelten wir, unser Studium aufzugeben und professionell Rollenspielerkostüme zu fertigen. Wir lernten in diesen Tagen Lederverarbeitung und Schustern, Rüstungsbau und übten uns im Maßschneidern *gg* Es hat unglaublichen Spaß gemacht. Danke.


  • Batring

    Das wohl coolste Merchandise-Produkt seit den Gummitieren.

    Ich kam, sah, sollte 80 Kinder zum Eis begleiten, musste also das Teil kaufen lassen. Und es heißt wirklich und in echt „BATRING“. Boah, ich bin so cool mit dem Teil 😀


  • Warum „Bademeister“ eine Beleidigung ist

    Vorweg möchte ich anmerken, dass ich jeden, der einen Job in öffentlichen Bädern verrichtet, respektiere und auch seine Arbeit nicht in den Schmutz ziehen möchte. Allerdings kenne ich leider mehr schwarze Schafe in diesem Metier als weiße… Bitte, und das meine ich Ernst, bitte überzeugt mich vom Gegenteil!

    Und das hier ist Zottel, unser Bademeister.
    Bei diesem Satz im Ferienlager unterbreche ich generell eine Vorstellungsrunde und weise freundlich aber bestimmt auf den Umstand hin, dass ich im Leben nie Bademeister war und ich doch lieber als Rettungsschwimmer tituliert werden möchte. Oftmals steht man dann als Krümelkacker da, doch die Bezeichnung „Bademeister“ hat aufgrund zahlreicher Erfahrungen einen faden Beigeschmack für mich.

    Als kleiner Knirps sprang man in Schwimmbädern rum, tobte im Wasser und hatte seinen Spaß. Doch stets wurde er gebremst: Nicht vom Beckenrand springen! Bitte nicht spritzen!“ Gut gemeinte Hinweise und sicherlich mit Daseinsberechtigung. Doch die Stimme gehörte stets einem Macker, dem man ansah, dass das Zurechtweisen von Kindern die einzige Möglichkeit in seinem Leben war, Macht auszuüben. Oft genug drangen die Stimmen aus alten, dicken Bäuchen, denen man nicht zutraute, auch nur 100m im Wasser sprinten zu können, wenn es drauf ankam. Bademeister habe ich oft als selbstgefällige Gestalten kennengelernt, die ihren Job voll Missmuts ausüben. Klar kann ich verstehen, dass es mürbe machen kann, wenn man Tag für Tag an einem Becken sitzt, vollgestopf mit irgendwelchen Rotzgören und das Highlight des Tages darin besteht, den Sprungtum zu öffnen. Dennoch haben sie in erster Linie die Hauptaufgabe, Verletzungen und Unfälle zu vermeiden oder im Falle des Falles sofort eingreifen zu können. Bademeister sind Rettungsschwimmer. Oder sollten es zumindest sein…

    In einem recht zarten Alter trieb ich mich des Sommers recht regelmäßig mit Schulkameraden im Freibad rum. Kleine Becken, entsprechend gut gefüllt. Eine Herausforderung für jeden Wächter. Kann ich aus Erfahrung sagen, ich habe so manches Wochenende über einen ganzen Strand wachen müssen. Die Bademeister aber fläzen sich gemütlich unter einem Sonnenschirm, bringen die seltsamsten Ansagen an Kiddies, die nicht beachtet werden, und können von ihrem Sitzplatz aus garantiert nicht das Treiben beobachten. Statt dessen hauen sie sich die Wampe mit Pommes voll, und machen sich einen Spaß daraus, jeden möglichen Scheiß durch die Freibadlautsprecher zu bringen:
    „Du da hinten, in der roten Badehose. Hier wird nicht gerannt.“ (Klar, der eine mit der Nase im Gesicht – ääh der roten Badehose fühlte sich bestimmt angesprochen.)
    „Bayern führt 1:0!“ (Nein, Freisprecher sind keine Radios, sondern Notfallgeräte)
    Und natürlich passierte es schließlich, dass sich eines Tages eine Person verletzte. Vom Sprungturm abgerutscht, den Kopf am Beckenrand geschlagen und das Becken vollgeblutet. Anstatt sofort auszurücken taten die Herren und Damen auf der anderen Seite das, was man erwartet: Nix. Klar, können sie ja nicht gesehen haben, sie saßen nicht auf ihrem Turm. Und natürlich hatten die kleinen Kiddies, die die ganze Zeit angeschnauzt wurden auch Hemmungen, Bescheid zu geben. Es dauerte dann etwa 15 Minuten, bis endlich mal ein Erste-Hilfe-Koffer zur Stelle war. Natürlich nicht ohne Diskussionen.

    Doch warum komme ich gerade auf dieses Thema? Nun, ich war letzte Woche mit einem Freund in der Schwimmhalle. Man stelle sich folgende Situation vor: Ein normales 50m Becken, besagter Freund recht nah am Rand unterwegs, etwa auf Höhe der Bademeister, derer 3 Stück. Ich habe sie noch nie etwas anderes machen sehen, als den Sprungturm zu öffnen und zu schließen. Aufgrund der Anstrengungen des – ich nenn es mal Training – entwickelte sich bei meinem Freund ein handfester Krampf in der Wade. Unerfahren mit solchen Sachen kann man gut mal in Panik verfallen. Glücklicherweise spielten wir diese Situation kurz vorher durch. Dadurch ist nicht viel passiert. Dennoch strampelte 5m vor Augen der Bademeister ein augenscheinlich unerfahrener Schwimmer mit schmerzverzerrtem Gesicht unkoordiniert auf der Stelle. Wenn ich daran denke, dass wir im Rettungsdienst schon wegen deutlich weniger eine Komplettmannschaft mobilisierten, finde ich das skandalös. Ich war dann auch zur Stelle, er konnte sich aus dem Wasser hieven. Ich machte mich dann auf der Stelle an die Behandlung, was naturgemäßig anfangs zu noch mehr Schmerzen führen kann. Nachdem ich also schon geschlagene 5 Minuten an dem Bein rumwerkelte, schlenderte doch tatsächlich mal eine von denen, deren Job es ist, Hilfe zu leisten, zufällig vorbei und bequemte sich dann doch mal zu fragen, ob alle OK sei. „Klar, er schreit nur so 5m vor Ihren Augen auf, weil er gleich einen Gesangswettbewerb bestreitet. Wie? Sie kennen noch nicht die stimmfördernde Wirkung von Wadenmassagen?“ Idiot. Ich hatte leider kein Schild für sie dabei.

    Nein, das hat mich doch schon reichlich geschockt. Ich meine, sie haben wirklich nicht den spannendsten Job der Welt. Aber dennoch haben sie aufzupassen. Sie müssten sich eigentlich mal freuen, wenn etwas passiert – war bei uns jedenfalls so. Aber diese Situation hat mir mal wieder gezeigt, dass Bademeister mit dem Ernstfall überfordert sind. Zumindest habe ich das noch nie anders erlebt. Ich bin Rettungsschwimmer, kein Bademeister!



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