Bits und andere Biester

Aus dem chaotischen Leben eines noch chaotischeren Menschen

Stadt unterm Wald

Ich hatte ja hier schon einmal von einem grandiosen LostPlace erzählt, der Stadt im Wald. Nun ja, das kann ich jetzt toppen. Ich habe einen Ort gesehen, wo der Spruch „Lege dich nie mit einem Geocacher an, er kennt Orte, wo du nie wieder gefunden wirst!“ eine völlig neue Bedeutung bekommt. Vor zwei Wochen waren eine handvoll Cacher, meine Wenigkeit (und erfreulicherweise mit Haps im Anhang!) mal wieder etwas weiter weg auf Tour. Irgendwo im Wald, gute 120km von zuhause entfernt stolperten wir urplötzlich über ein Loch. Kaum 1m durchmaß es, den Grund konnte man bestenfalls erahnen. Dort ging es hinab in einen Bunker. Dort mussten wir hinein.

WARNING: Spoilers may be included!

Es trieb uns durch immer tiefer hinab. Leitern, Treppen, Schächte, Löcher, Kanäle. Nach spätestens 10Minuten hatte man jegliches Orientierungsgefühl verloren. Wie hoch oder wie tief man sich im Augenblick befand, und in welche Richtung man sich bewegte. Schwer zu sagen. Es gab massenhaft Räume. Nachdem man sich durch die ersten Schleusen bewegt hatte, kam man in Räume und Gänge, in denen man bequem laufen konnte. Als wir uns in einem Treppenhaus befanden mussten wir uns zwingen, daran zu denken, dass wir nicht in einem normalen Haus waren. Und doch gab es alles: Schlafstuben und Sanitäreinrichtungen. Zig Stiegen und Klappen wurden überwunden, schier unendlich lange Gänge durchwandert. Teilweise fanden sich Luken im Boden, die wieder auf einen Raum führten, der wieder eine Luke im Boden hatte und wiederum an einen solchen Raum angrenzte – bis zu 4 Ebenen tief. Generator- und Akkuräume, Dieseltanks und Lüftungssysteme. Klaustrophobie traf auf Mannschaftsräume.

Schwer, das dort Erlebte wiederzugeben. Aber verdammt, Scheiß auf die Stadt im Wald. Bei Dessau findet man die Stadt UNTERM Wald! Angeblich 3000 Mann Fassungsvermögen. Der Vater von meiner Kleenen tippt auf den Führungsbunker des Pionierregiments der DDR. Zumindest Russisch mussten sie können, die Truppen. Es war unglaublich beeindruckend, aber zugleich extrem beängstigend. Immerhin wurde das Teil errichtet, damit ein paar Wahnsinnige Krieg spielen konnten. Es stellt sich mir nur die Frage WIE so etwas gebaut wurde. Ich meine, die Treppengeländer werden sie schwerlich durch die einzig gefundene Zugangsluke und -schächte geschleppt haben… Heftigst!
Das einzig Spaßhemmende waren die Anzeichen, dass wohl auch der ansässige Neonazi-Szene dieser Ort bekannt ist. Lustig ist aber deren eigener Beweis in Form von Rechtschreibung, dass sie nix im Kopf haben…


Listening To:
OST – Kill Bill Vol. 1


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