Bits und andere Biester

Aus dem chaotischen Leben eines noch chaotischeren Menschen

  • Statement „Band Aid 30“

    So, nach Jahren krame ich mal wieder diesen Blog heraus. Einzig, weil mir 140 Zeichen zu wenig sind, für das, was ich zu sagen habe.

    Es geht um diesen Song. Ihr wisst schon, diesen zugegeben richtig ätzenden Song. „Do they know it’s chrismas“. Nun, darüber gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Ist scheiße. Oder auch nicht. Kann man halten, wie man will. Und wenn man ihn kauft, spendet man vielleicht aus Versehen ein paar Brotkrümel gegen Ebola.

    So weit so gut. Nun muss ich sehen, dass sich meine Twitter-Timeline füllt mit lauter Statements und YouTube-Videos, die einem erzählen, wie scheiße doch dieser deutsche Ableger des Projekts ist. Kurzer Abriss: Band Aid war und ist ein Projekt, wo sich in der Vergangenheit ein paar Mal ein Haufen Künstler getroffen haben und ein Lied zusammen für einen guten Zweck aufgenommen haben. Dieses Mal sollte der gute Zweck also Hilfe gegen Ebola sein und es gab einen deutschen Ableger. Die Uno kontaktierte Bob Geldof, den ursprünglichen Initiator, der wiederum kontaktierte Campino von Die Toten Hosen. Dieser sammelte dieses Mal ein paar deutsche Künstler um sich und sie sangen eben das oben genannte Lied. Es gibt wohl auch eine US-Version, eine britische und eine französische. Kauft man es, soll ein Teil des Geldes der Arbeit gegen Ebola zugute kommen. Punkt. Bei YouTube kann man das Ergebnis betrachten.

    Was ist nun mein Problem? Genau das ist im Grunde die Frage, die ich mir gerade permanent genau anders herum stelle. Was ist das Problem von Menschen, die jetzt unaufhörlich vor allem auf Campino rumhacken, dass er dieses Projekt gestemmt hat? Ich möchte namentlich den Beitrag des sonst von mir sehr geschätzten Jan Böhmermann nennen:


    Ich fasse also zusammen:

    Campino ist böse. Warum?

    Nun, weil er Leute wie Jan Josef Liefers eingeladen hat. Und der hat mit Ferrero zusammen gearbeitet. Und außerdem ist der dann mal spontan nach New York geflogen.

    Außerdem hat er Cro eingeladen. Und der hat schon einmal mit McDonalds zusammen gearbeitet (übrigens wie gefühlt 50% aller Promis in der Kampagne).

    Außerdem hat er einen Bruder, der zu viel Geld gekommen ist.

    Außerdem haben einige der Mitsingenden gerade ein aktuelles Album. Oder eine Tour. Oder sind bei Universal unter Vertrag.

    Ja, Campino ist so unglaublich böse, weil er Leute kennt, die mal irgendwo irgendwas gemacht haben, das vielleicht nicht ganz im Sinne von Afrika war.

    Wohlgemerkt haut Böhmermann permanent auf alle ein, nur nicht auf Campino oder Die Toten Hosen selbst. Und dennoch ist es Campino, der der Buh-Mann ist. Warum? Weil er ein vermutlich reicher Rockstar ist, der es gewagt hat, im Auftrag der Uno(!) ein Charity-Projekt zu stemmen, um auf die Probleme der Dritten Welt zu verweisen, anstelle einfach das Maul zu halten und selbst ein paar Millionen zu spenden.

    Ehrlich Leute? Echt jetzt? Was ist so falsch daran? Promis nutzen ihre Bekanntheit, um Geld aus dem Volk zu aquirieren. Nichts neues, kommt immer wieder. Nennt sich Benefiz-Veranstaltung. Und wenn es auch nur einen Menschen gibt, der diesen Song gekauft hat, von dessen Erlös vielleicht Geld nach Afrika geht, ist doch etwas Gutes bei herausgekommen. Jedem Menschen steht es frei, trotzdem noch mehr Geld an beliebige Organisationen zu spenden. Ob er den Song gekauft hat oder nicht. Fakt ist aber, dass Bob Geldof/Campino hier einfach etwas mehr gemacht haben, als einfach nur die Füße still zu halten. Sie haben versucht zu helfen. Einfach so. Dabei ist nicht der Punkt, dass alle Beteiligten vermutlich selbst in eigenen Geldspeichern baden. Der Punkt ist, dass ihre Berühmtheit andere Leute animieren könnte, selbst auch hier und da über gewisse Dinge nachzudenken und vielleicht auch mit Geld oder womitauchimmer helfend aktiv zu werden. Ja, natürlich würde es auch viel helfen, wenn die Sänger einige Milliönchen ihres Privatvermögens ebenfalls spenden. Aber vielleicht haben sie das gemacht. Vielleicht haben sie schon viel Geld gespendet oder andere Sachen getan. Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was reiche Promis oder jeder andere Bürger mit seinem privaten Geld macht. Ich weiß nicht, ob Campino privat gespendet hat oder wie viel. Und ich will es nicht wissen. Weil es mich nichts angeht! Es geht mich nicht an, wie reich der Typ ist, der da versucht, mit einem Weihnachtslied andere Leute zum Spenden zu ermutigen. Und es geht mich nichts an, was dieser Typ privat macht.

    Aber angenommen, er hat schon ganz viel Geld gespendet. Und zusätzlich dazu hat er dann (und alle Mitstreiter) dieses Projekt angegangen, um NOCH mehr Geld zu sammeln. Was ist daran schlimm? (außer dem Song an sich natürlich). Ich sehe partout kein Problem damit. Ist es Neid? Oder was ist es, dass so viele Menschen dieses Projekt dermaßen niedermachen müssen? Abgesehen davon ist Campino der letzte, dem ich Heuchelei in der Beziehung unterstelle. Auf jedem Hosen-Konzert gibt es Stände von Oxfam und anderen Hilfsorganisationen. Er wird nicht müde, immer und immer wieder diese Organisationen zu nennen und zum Spenden aufzurufen. Damit tut er mehr als viele viele viele andere bekannte und unbekannte Menschen. Und wer weiß? Vielleicht hilft es ja auch aus Versehen…

    Leute! Hört einfach mal auf, zu heulen. Wenn ihr nicht wollt, kauft diesen Song einfach nicht. Wenn ihr wollt, dann spendet einfach so. Alles in Ordnung. Aber hört auf, das Engagement anderer Leute klein zu reden!

    So, und ich? Ich kaufe jetzt diesen Song. Und dann werde ich ihn sofort wegschmeißen, weil ich ihn eh niemals hören werde. Ich werde damit Universal Geld in den Hintern schieben, aber vielleicht auch einen Drittel Cent nach Afrika geben.

    PS: Ich sehe gerade, das drüben im Spreeblick-Blog tatsächlich ein ähnliches Statement existiert:

    – Band Aid 30: Alles scheiße?

    PPS: Wer sich vielleicht wirklich anders engagieren will, dem kann ich nur das Humanitarian OpenStreetMap Team ans Herz legen, die versuchen, die Gegend in den betroffenen Gebieten zu kartografieren. Davon profitieren die dortigen Hilfskräfte. Das war schon erfolgreich bei den Katastrophen in Haiti und den Philippinen: 

    – HOTOSM Ebola

    PPPS: Ich sehe gerade, das Universal Music wohl angeblich auch komplett unentgeldlich arbeitet, wie die Künstler selbst. Na Mensch, sind die böse… 


  • Offiziell: Ende hier. Fast.

    Heyho,

    ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, ob das hier überhaupt noch jemand lesen wird.

    Ich habe mich nun durchgerungen: Ich werde dem Ganzen ein Ende setzen. Nicht so richtig, aber dafür umso offizieller 😉

    Die Gründe sind vielfältig. Der erste ist sicherlich Zeitmangel. Ein netter Blogpost dauert halt seine Zeit. Und oft kommen einem die guten Ideen irgendwo, nur nicht zu Hause. Das heißt, man muss das nächste Mal zu Hause seinen Rechner anschmeißen und sich dann noch abmühen.

    Keine Frage, solange die Zeit reich bemessen war, hat das hier wirklich viel Spaß gemacht. Das Leben mit und sogar für den Blog hat mein Studium schon stark bereichert. Im Nachhinein bin ich sogar ziemlich traurig, dass ich nicht schon früher mit dem Schreiben begann, es wäre eine tolle Chronik meiner vielleicht prägensten Jahre überhaupt gewesen. Ist er auch so, nur eben mit einem fehlenden Jahr.

    Egal wie, inzwischen habe ich kaum noch Zeit. Ich arbeite inzwischen, falls das jemand noch nicht mitbekommen haben sollte. Und das 1,5h fern von der Wohnung. Das heißt, ich gehe früh und komme zum Schlafen. Ich habe eigentlich selten das Verlangen, abends noch den Computer anzumachen und irgendetwas zu schreiben. Und wenn ich schon einmal in den seltenen freien Stunden neben Hobby und Freundin doch mal an den heimischen Babys sitze, verwende ich die Zeit viel lieber auf so sinnvolle Sachen wie GCC.

    Auf der anderen Seite: Was soll ich schon groß schreiben? Ich habe irgendwie das Gefühl, alles schon mehr als einmal erzählt zu haben: Ich könnte noch einen Geocaching-Post absetzen oder mich mal wieder über die hiesige Politik aufregen und dabei Fefe zitieren. Aber irgendwie glaube ich, will das hier eh keiner lesen – denn anderswo hat es irgendwer eh schon besser gemacht. Kinokritiken kann beispielsweise der Wortvogel sehr gut, und bislang konnte ich interessanterweise mit jeder seiner Einschätzung konform gehen.

    Also anstelle jetzt Zeit darauf zu verschwenden, euch zu langweilen oder Nachrichten zu zitieren, werde ich das hier einfach lassen. Ich meine, 40h Arbeit ist auch nicht so spannend zu lesen, oder? Und mein Intimleben wird hier kein zu Gesicht bekommen. Bleiben also noch ein paar Stunden in der S-Bahn, hin und wieder ne Caching-Tagestour und Simpsons. Ich glaub, ich mach Schluss 😀

    So, jetzt kommt das große ABER. Lange Zeit sträubte ich mich gegen jede Form von Sozial-Bla im Internet – nein, keine Angst, ich wurde nicht zu Facebook bekehrt.
    Aber ich würde gern Twitter ausprobieren. Nicht exzessiv, Klonachrichten werdet ihr nicht lesen müssen. Aber häufig renne ich durch die Stadt und denke mir: „Hm, davon jetzt einfach mal ein Foto posten.“. Oder „Diese Nachricht finde ich spannend.“. Oder „Schaut euch unbedingt diesen Film an, der war eine Offenbarung.“ Es muss kein ellenlanger Post im Blog sein. Es reicht einfach nur ein Hinweis. Genau dafür ist Twitter da, denke ich. Deshalb werde ich es einfach mal ausprobieren. Mal sehen, wie es angenommen wird, und ob ich mich dabei wohl fühle. Es ist erst einmal als eine Art Experiment zu betrachten – vielleicht kann mich ja doch einer mal bekehren 😉

    Und falls dann doch einmal mehr Redebedarf ist, als 140 Zeichen verkraften können, dann verlinke ich einfach hierher.

    So. Zum Abschluss danke ich noch allen Lesern, das gehört sich so 🙂 Danke, ohne euch hätte ich das nich knapp 5 Jahre durchgehalten. Vielleicht sieht man sich ja „auf der anderen Seite“.

    So, und nun zwitscher ich euch mal was:

    *Zwitscher*


  • Hilfe! Ich bin entführt!

    Schlagzeile des Tages:

    [tagesschau.de, 18.10.2011]

    Gut, ok, die Ära „Zottel“ ist leider vorbei. Aber irgendwie fühlt man sich nach 8 Jahren immernoch angesprochen.

    Hier der Link zum eigentlichen Artikel:
    BR-online.de – „Zottel, der Sündenbock“
    (Der Titel passt schon wieder irgendwie in meine aktuelle Situation, finde ich…)


  • Auf und ab

    Ich melde mich hier ja nun wirklich nur noch selten zu Wort. Das hat mehrere Gründe. Der Hauptgrund ist sicherlich, dass ich mittlerweile nicht mehr so großartig erpicht darauf bin, jeden Furz hier zu erzählen. Ich habe schlicht und ergreifend genug andere Hobbys 😉 Und eines davon konnte ich die letzten Wochen noch einmal richtig genießen. Das Wetter war bombig und deshalb ging es ab in die Natur… Völlig ohne Hintergedanken jedes Mal natürlich 😉 Gab einiges zu sehen, vor allem auch an Tieren. Fische und sogar eine freilebende Mufflonherde, die mir im Grunewald über den Weg gehüpft ist… Seht selbst. Und weil sich im letzten Jahr doch einige nette Bilder angesammelt haben, wird es mal wieder Zeit für eine „Was S-Man so treibt, wenn er Langeweile hat“-Galerie. Viel Spaß dabei.



    Uh, ich habe gerade festgestellt, dass ich euch noch die Bilder vom Plänterwald schuldig bin. Und das war schon Ende Mai. Da kommen noch tolle LostPlace-Bilder (die diesmal wirklich nichtmal mit einer Dose verbunden sind…)! Also schalten Sie das nächste Mal wieder rein, wenn es heißt:
    „S-Man durchwühlt seine Fotoalben.“

    Listening To:
    Green Day – 21st Century Breakdown


  • Ein Bild sagt mehr…

    Neulich irgendwann mitten in der Stadt dieses total heftige Motiv gefunden… Manchmal hätte ich wirklich gern eine ordentliche Kamera zur Hand.

    Ohne weiteren Kommentar, lasst es wirken.


  • Ich danke für diese Frage.

    Ich weiß nicht, ich find das Interview genauso lustig, wie deren Wahlplakate:

    [via eyesaiditbefore.de, 02.09.2011]

    Gewählt habe ich natürlich was anderes 😉


  • M.Sc.

    Aus. Vorbei. Finito. Basta.

    So, seit 6h ist der Horror vorbei. Ich habe mein Ausbildung abgeschlossen. Meine Arbeit ist abgegeben und verteidigt – allerdings erst zu zwei Dritteln gelesen.

    Nach 40 Minuten Vortrag haben die mich erst einmal wortlos eine Stunde stehen lassen um mir dann zu sagen, sie hätten es noch nicht geschafft, meine Arbeit vollständig zu lesen. Bislang wäre sie aber gut und präzise geschrieben, wenn auch inhaltlich nicht ganz fehlerfrei (aktuell noch HIER nachvollziehbar). Die Note wird dann vermutlich zwischen 1,3 und 2,0 liegen. Nächste Woche. Vielleicht. Und wenn dann nicht, dann erst im Oktober. Ich könnte schon wieder kotzen. Nun ja, egal. Der wahnsinnige Traum von einem „sehr gut“ ist weg, der hätte aber auch wirklich nur theoretisch mit einer 1,0 funktioniert. Immerhin wird auf dem Abschlusszeugnis eine 1 vor dem Komma stehen. Ziel erfüllt.

    Vielleicht ein paar Worte zur Zielsetzung: Meine gesamte Schullaufbahn hatte ich auf wirklich JEDEM Zeugnis einen 1-Komma-Durchschnitt, auch auf den 12.Klasse und 13.Klasse-Wischen (wenn auch nicht selten ein 1,98 *gg*). Lediglich die verhauenen Abiprüfungen waren Schuld, dass ausgerechnet mein Bewerbungszeugnis zu einem 2,1 wurde und damit nicht wirklich repräsentativ war. Das hatte mich seit jeher gewurmt. Mein Bachelorstudium begann wegen zu langer Gewöhnungsphase sehr schlecht, das konnten auch 4 gut gelaufene Semester anschließend nicht mehr gerade rücken. Dennoch hatte ich mich gerade daran gewöhnt, WIE man studiert, da war der Abschluss schon wieder gemacht. Das Masterstudium war die Chance, so weiter zu machen, wie das Bachelor-Studium aufhörte. Und als ich zu Beginn sogar in dem Jedermanns-Angstfach „Höhere Algorithmik“ eine überdurchschnittliche 1,3 erreichte, war klar, dass ich es (vor allem mir) beweisen konnte, dass die vielen 1-Komma-Zeugnisse der Schulzeit durchaus repräsentativer waren als das blöde Abizeugnis. Tja, und das scheine ich ja jetzt auch erreicht zu haben.

    Wie ich mich jetzt fühle? Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Ich bin jetzt fertig. In einem Monat vermutlich erstmal offiziell arbeitslos. Nein, im Ernst. Es ist vielleicht noch nicht so richtig durchgedrungen, dass ich mich jetzt Meister der Naturwissenschaften nennen darf, dass ich alles erreicht habe, was mit meinen Fähigkeiten und meinem Einsatzwillen erreichbar war, dass jetzt alles vorbei ist. Irgendwie fühle ich mich noch nicht erleichtert oder so – worauf ich eigentlich gewettet hätte. Aber vermutlich sitzt der Stress der vergangenen Monate noch zu tief und muss erst nach und nach aufgebrochen werden. Irgendwie ist da auch kein Stolz – und dass, obwohl ich ja mein Ziel erreicht habe. Ich glaube, im tiefsten Inneren ärgere ich mich – warum und worauf kann ich allerdings nicht sagen. Ist gerade komisch. Aber die Freude und der Stolz kommen bestimmt irgendwann. Bis dahin sage ich erst einmal schlicht: Ich bin fertig.

    Bis ich das dann aber endlich schwarz auf weiß habe, wird auch nochmal etwas Zeit ins Land gehen, immerhin fehlt mir noch ein Schein, dem ich schon 1,5 Jahre hinterher renne und ob ich meine Masterarbeitsnote wirklich „schon“ nächste Woche erfahre, darf auch erstmal kritisch betrachtet werden. Dann folgt noch ein bisschen Zeit zur Bearbeitung des ganzen Krams und dann… irgendwann… ist es auch offiziell.

    Dass es so weit kommen konnte, habe ich vielen Personen zu verdanken, die das auch alle wissen. Denen danke ich natürlich. Aber auch das wissen sie 😉 Insbesondere danke ich jetzt aber alljenen, die sich meine Masterarbeit durchgelesen haben und auch denjenigen, die mir bei meinem Vortrag halfen, mich also in der schwierigsten Phase des Studiums selbstlos unterstützten. Vielen lieben Dank!


  • BILLIG! ZUGREIFEN! NUR HEUTE!!!

    Hintergrund: Das Ende der 60-Watt-Glühbirne

    Der Glühlampen-Ausstieg der Europäischen Union erreicht am Donnerstag die dritte Stufe. Es gilt dann ein Herstellungs- und Vertriebsverbot für die althergebrachte 60-Watt- Glühlampe – wie seit einem Jahr schon für die 75-Watt-Glühlampe und zuvor für die Variante mit 100 Watt. Ziel der Aktion ist Stromsparen und mehr Klimaschutz.

    [heise.de, 30.08.2011]

    *LOL* Eben trudelte auf meinem Spam-Account eine Mail von Conrad Electronics mit folgendem Betreff ein:

    2er Set 60 W Glühlampen für NUR 2,- Euro! >>schnell Vorrat sichern<<

    Da muss wohl noch was aus den Lagern raus…


  • Ein spontaner Kinobesuch

    Warum die aktuell stattfindende Veranstaltung „Fantasy Film Fest“ heißt, kann ich mir grad nicht so richtig erklären. Meiner Meinung nach trifft es „Horror Film Fest“ deutlich besser, aber HFF sieht halt nicht so cool aus, wie FFF 😀 Keine Ahnung, was ich sehen würde, aber irgendwie hatte ich gestern Lust, einfach mal wieder einen netten Film abseits des Mainstreams zu konsumieren. Diese Veranstaltung klang ziemlich genau nach meinem Geschmack. Nun ja, aus einem spontanen Film wurden dann 5. Na gut, 4,5 😉
    Und ich sah einfach alles, was man in einen Horrorfilm packen kann: Von Werwölfen, Zombies und Vampiren über Virusepedemien, Vergewaltigungen und Serienkillern bis hin zu Leichenfledderung, explodierenden Köpfen und blutverschmierten Kameras.

    Ich will hier eigentlich keine ellenlangen Kritiken schreiben, das hat der Wortvogel schon getan. Und wie in den allermeisten Fällen decken sich unsere Meinungen sehr gut – abgesehen davon, dass er viel besser schreibt als ich. Vielmehr lag mir zu Beginn des Kinotages mehr daran, die Stimmung einer solchen Veranstaltung zu reflektieren.

    Demnach bin ich also zum Potsdamer Platz gegondelt. Schon von weitem konnte man die Leute ausmachen, die man bei einem alternativen Filmfestival erwarten würde, auch ohne deren FFF-T-Shirts oder gar die um den Hals gehängten Dauerkarten zu sehen. Ich kaufte meine (sauteure) Karte und hatte noch ein wenig Zeit, die ich in den anliegenden Arkaden-Shops verbrachte. An jeder Ecke – vereinzelt zwar, doch allgegenwärtig – sah man dunkle Gestalten, Langhaarträger oder Träger sehr interessanter T-Shirts. Die meisten davon sollte ich an dem Abend noch öfter zu Gesicht bekommen. Bezüglich der T-Shirts muss ich sagen, dass ich selten eine so geniale Ansammlung von fantastischen Motiven beobachten konnte, wie gestern Abend. Nicht selten waren die Motive auch selbst Gesprächsthema über Reihen hinweg. Mein Liebling war sicherlich das einer Frau. Ihren Bauch ziehten zwei Einhörner – eines schwarz, das andere sandfarben. Das schwarze trug ein rot leuchtendes Horn, das andere ein blaues. Die StarWars-Parallelität ließ sich definitiv nicht verleugnen. Als besonderes i-Tüpfelchen fehlte dem „guten“ Tier schon ein Huf. *auch haben will*

    Ansonsten waren Frauen den ganzen Abend hinweg stark unterrepräsentiert. Der Großteil des Publikums bestand aus Männern der mittleren Generation. Modell Alt-Geek. Erstaunt hatte mich die Tatsache, dass ich augenscheinlich den Altersschnitt senkte. Hätte ich nicht erwartet.

    Nun ja, der erste Film war noch mager besucht. Die Atmosphäre im doch ziemlich großen Saal 7 war recht familiär, was auch dazu führte, dass man sich zu Beginn über Reihen hinweg unterhielt – über das Festival, über ein vergangenes Festival oder eben über T-Shirts. Doch der Mangel an Publikum kann man dem frühen Beginn um 15 Uhr zuschreiben, denke ich. Denn je später die Vorstellungen wurden, desto voller wurde es. Die Schlange vor dem Einlass wurde immer länger – ja, man musste jedes Mal den Saal verlassen, damit die Putzkräfte wenigstens den gröbsten Dreck entfernten und damit sicher gestellt werden konnte, dass auch jeder eine Karte hatte *hüstel*

    Wie gesagt, hatte ich eigentlich vor, mal in einen einzelnen Film reinzuschauen. Aber wie ich nun einmal so ticke, dachte ich mir danach, dass man nur einmal lebt (und wenn nicht, hat man eben doppelt Spaß) und kaufte eben spontan noch Karten für die restlichen vier Vorstellungen des Tages. Gegen Mitternacht war ich allerdings verdammt müde und hatte noch einen größeren Fußmarsch vor mir. Deswegen bin ich dann mitten im fünften Film gegangen. Es waren eben keine fünf Abschalt-Filme. Wäre auch komisch, wenn. Immerhin war es ein alternatives Filmfestival.

    Der erste Film, „Hair of the Beast“, war ein kanadischer Werwolffilm, der auf Grund seiner Kostüme (weniger dem der Werwölfe wohlgemerkt), nett anzuschauen war, allerdings das erste Mal reinzimmerte, weil er a) nicht sonderlich spannend und b) in fränzösischer Originalsprache gezeigt wurde. Heißt also im Klartext 100 Minuten Untertitel lesen.
    Der zweite Film war besser, er hatte Fakt a) nicht. Besonderes Schmankerl hier war das Zusammentreffen mit Wortvogel Torsten Dewi himself. Seinen Blog, besonders seine Kinokritiken lese ich seit einigen Jahren regelmäßig (habe ich ja auch schon manchmal verlinkt). Da er bekennender FFF-Fan ist, ergab sich so endlich einmal die Gelegenheit, den Münchener persönlich kennen zu lernen. So verbrachten wir den zweiten Film des Tages nebeneinander, uns nebenher darüber unterhaltend. Sympathischer Mann. Gruß an dieser Stelle zurück! Der Film „Phase 7“ handelte hintergründlich von einer die Menschheit ausrottenden Virusepedemie, vordergründig von den Konflikten unter den Bewohnern eines unter Quarantäne gestellten Blocks, die nicht sonderlich unblutig verliefen 😉 Nettes Ding, dennoch hieß es auch hier wieder „mitlesen für alle“, da in spanischem Originalton. Die Untertitel waren zudem auch super schlecht zu lesen, fand ich. Ermüdung. Die restlichen Filme waren dann übrigens alle auf Englisch. Nicht ganz so anstrengend also.
    Film 3 war mein persönliches Highlight und ich ärgere mich ein wenig, danach nicht gegangen zu sein. Sinnlos-Trash-Bitchfights-Blutspritz-Film vom Feinsten. Wirklich saugeil 🙂 War zwar in (Echt, nicht Post-) 3D, aber tatsächlich so gut gemacht, dass ich keine Kopfschmerzen zu beklagen hatte. Ermüdend fand ich „Julia X“ deswegen dennoch. Ansonsten klare Empfehlung, sollte der euch irgendwann einmal über den Weg laufen und ihr auf Trash steht.
    Danach ging es abwärts. Es folgte mit „Stake Island“ der Vampirfilm des Abends, der sich allerdings einfach nur in die Länge zog. Außerdem fragte ich mich fortwährend, warum zur Hölle die daraus einen Vampirfilm machten: Für mich war das ein 1A-Standard-Zombie-Plot ala „Hilfe, sie sind überall! Hilfe, sie wollen uns fressen! Verdammt, wir müssen in die letzte sichere Stadt gelangen! Und überhaupt: Hilfe, wir werden alle stööööörben!“. Nur eben mit Vampiren, die allerdings auch aussahen wie Zombies, wenn man von den Eckzähnen absah.
    Vor dem letzten Film, als Vorfilm sozusagen, wurde die erste Episode der Miniserie „Viva Berlin!“ von Absolventen der Filmakademie BaWü gezeigt, die noch einmal ordentlich Zombieschädel über die Leinwand fliegen ließ. Der danach folgende Episodenfilm „Little Deaths“ war mir dann aber doch zu viel. Er umfasste drei Kurzfilme, von denen ich 1,5 mitbekam. Der erste war ein ermüdend langwieriger Film über ein sexuell frustriertes Pärchen, dass sich, um ihre Perversionen zu befriedigen, eine Obdachlose in Haus holte, diese fesselte und vergewaltigte. Allerdings entpuppte diese sich dann als Zombie und fraß zusammen mit ihren Freunden die beiden auf, nicht ohne vorher deren Gedärme auf der Leinwand zu verteilen. *gähn* Als ich trotz einer Vergewaltigungsszene und verteilten Gedärmen eher gelangweilt, denn schockiert war, war klar, dass es für diesen Tag genug Gewalt war. Ich war müde und abgestumpft, wollte nur noch ins Bett. Das Englisch war sehr schwer zu verstehen in diesem Zustand und als dann auch der zweite Kurzfilm keine Fahrt aufnehmen wollte, entschied ich mich für den Heimweg.

    Alles in allem ein sehr interessanter Nachmittag/Abend. Würde gern mehr von solchen Filmen sehen, da echt nette Überraschungen dabei waren. Das sprengt allerdings mein Budget. Aber vielleicht gebe ich mir noch 1-2 Streifen. Und nächstes Jahr ist ja wieder ein FFF.

    Ich bin für mehr alternativen Trash-Horror im Kino! Hugh!


  • Zottel malt, Version 2011

    Vorweg: Ich bin wieder zu Hause 😉

    Eine der schönsten Nebentätigkeiten in so einem Ferienlager sind die Vorbereitungen zu größeren Aktionen, wie Theater oder Mini-Playback-Blakeks-Dingern oder Tänze einstudieren oder so. Neben einem kreativen Outfit gehört natürlich oft auch eine Kulisse dazu. Zwar arbeitet man dann nahezu immer unter Zeitdruck, was den Perfektionisten in mir sehr regelmäßig an den Randdes Wahnsinns treibt, doch entstehen so manchmal sehr nette Sachen. Das Schöne dabei ist, dass man immer irgendwie ein Thema hat und so nie nicht weiß, was man malen soll. Wie oft saß ich schon zu Hause mit einem Bleistift in der Hand, Lust zu zeichnen, keine Motividee. Im Ferienlager ist der Bleistift jedoch äußerst selten das eigentliche Werkzeug. Man steht immer wieder vor neuen Herausforderungen und Materialien, mit denen Themen umgesetzt werden wollen: Von Stiften über Naturmaterialien bis hin zu Lebensmitteln kann alles darunter sein. Genauso verhält es sich mit den zu färbenden Untergründen: Papier, Holz, Stein, Ton, alles ist möglich. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

    Dieses Jahr entstanden wieder einige nette Sachen, die ich gern mal präsentieren möchte. Wie gesagt, zu beachten ist, dass alles in nur sehr wenigen Stunden mal neben der eigentlichen Kinderbetreuung und -bespaßung entstehen musste/sollte.

    Wie auch einige Jahre zuvor gab es auch heuer das Chaosspiel. Dieses Jahr sollte ein neues Spielbrett entstehen, da die weiße Tür aus den Vorjahren wirklich recht unchaotisch wirkte. Das Ziel der Spieler: Erreichen des chaotischen Universums. Damals hatte es einen kompletten Backsteinrand, der eigentlich Tapete war. Der eigentliche Hintergrund ist das zu zeigende Objekt.

    Material: Wasserfarben auf Tür.
    Werkzeug: Lappenreste zum Auftragen und verwischen, Finger für Wischtechnik für Sterne.
    Größe: wie eine normale Tür.

    Erstellungszeit: ca. 4 Stunden.

    In meiner ersten Sommerwoche stand Theater auf dem Plan. Kinder sollten mit ihren Betreuern ein Stück ausarbeiten, Kostüme und Kulissen malen. Für unsere Interpretation von „Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen“ gab es genug Arbeit für a
    lle, weswegen ich die Gestaltung der Schlosskulisse allein bewerkstelligte. Ich brauchte eine „böse“ Version für das verwunschene Schloss und eine „gute“ für die erlöste.

    Material: Wasserfarben auf Bettlaken.
    Werkzeug: Lappen für Hintergrund, Pinsel und Finge
    r für Motive.
    Größe: je ca. 1 x 1m.
    Erstellungszeit: Böse Version etwa 2h, gute ca. 3h


    In der zweiten Woche war Piraten-Thema. Schatzkarten sollten gemalt werden, mit echten Vogelfedern und handelsüblicher Tinte. Problem: Es gab nur Backpapier-ähnliche Materialien. Äußerst eklig, da die Tinte da drauf nicht einzieht und somit nicht wirklich gut handhabbar ist. Dementsprechend schlecht finde ich das unter schwierigsten Bedingungen (dauernd schuckelnder Tisch, tausende Kinderaugen und -fragen) entstandene Resultat. War aber eine nette Herausforderung, deswegen reihe ich das hier mal ein. Der Rand ist übrigens des Feelings wegen angekokelt.

    Material: Tinte auf Backpapier.
    Werkzeug: Vogelfeder (ich bin fast sicher, keine Gans).

    Größe: etwa A4
    Erstellungszeit: 2,5h.


    Woche 3 stand im Zeichen den Mittelalters. Da ein Mädchen zeitgleich Hauptrolle in einem parallel entstehenden filmografischen Meisterwerk war, hatte es keine Zeit, sich ein T-Shirt themenbezogen zu bemalen, was ich dann kurzerhand in meiner nicht vorhandenen freien Minute getan hatte. Hätte gern besser schattiert. Keine Zeit.

    Material: Angefeuchteter Buntstift auf T-Shirt
    Werkzeug: Angefeuchteter Buntstift (macht
    sich wirklich deutlich besser, die Mine nass zu machen!)
    Größe: XL (und das Mädchen war nur etwa 1,40 oder so groß *gg*)
    Erstellungszeit: unter 2h


    Als letztes wollte ich von einem meiner Mädels ihr Badetuch geschenkt haben (Simba-Motiv!). Sie akzeptierte unter der Bedingung, dass ich ihr eines meiner Handtücher schenke, bemalt mit etwas „was sie an mich erinnert“. Ich bin gespannt, wie viele von euch das Bild richtig (und vllt. sogar vollständig?) interpretieren können. Ja, der Künstler hat sich tatsächlich bei fast allem etwas gedacht… ausnahmsweise. War aber auch die – zugegebener Maßen echt fiese und sehr schwere – Herausforderung.
    Btw: Ich bemale nie nicht niemals wieder freiwillig ein Handtuch… So eine verdammt anstrengende Aufgabe, hätte ich niemals gedacht…

    Material: Stoffmalstifte auf Handtuch (aus der Lost&Found-Kiste ;)).
    Werkzeug: Öhm… Meine Hände?

    Größe: Ein normales Handtuch.

    Erstellungszeit: ca. 2h.



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